Streik am Flughafen
MandatsträgerInnen der
DKP bzw. Linken Liste solidarisch
Von Uwe Koopmann
Seit dem 7. Oktober steht am Düsseldorfer Flughafen die
Streikfront der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG). Vor
der Hallo 8a im Cargo-Bereich

besuchten die Düsseldorfer kommunistischen ParlamentarierInnen die
Kolleginnen und Kollegen des Airline-Versorger-Konzerns GATE GOURMET.
Gundel
Kahl, Mitglied des Rates der Stadt Düsseldorf für die Linke
Liste, Christiane Schnura, Rathaus Eller für die Linke Liste, und
Uwe Koopmann, Rathaus Gerresheim
für die DKP, sprachen den kämpferischen Streikposten ihre
volle Solidarität aus.
Der Streik hat weltweite Bedeutung und Aufmerksamkeit. Ron Oswald,
Generalsekretär der Internationalen Lebensmittel- und
Gastgewerbegewerkschaft IUF: „Rund um den Globus ist GATE GOURMET
aktiv, wenn es um die Verschlechterung der Arbeitsbedingungen seiner
Mitarbeiter geht.
Seit die Firma den Spekulanten von Texas Pacific gehört, versucht
das Management an allen Standorten, die erkämpften
Arbeitnehmerrechte zu beseitigen. Was in Düsseldorf die
Kürzung z.B. des tariflichen Urlaubs ist, sieht in USA genauso
aus: Die Stundenlöhne sollten um 14 Prozent gekürzt werden.“
Die Düsseldorfer KommunistInnen reihten sich damit ein in die
inzwischen weltweite Solidarität. In der Streikzeitung Nr.
15 schreibt NGG-Vorsitzender Franz Josef
Möllenberg, der die Streikenden besuchte: „Dass euer Streik
Wirkung zeigt, merkt man daran, dass ihr ja mittlerweile nicht nur aus
Deutschland, sondern aus der ganzen Welt
Solidaritätsgrüße bekommt. Ich habe es letzte Woche
selbst von einigen amerikanischen und britischen Kolleginnen und
Kollegen gehört. Die sind sehr

stolz auf das, was ihr da tut. Die ganze NGG ist stolz auf euch!“
NGG-Landesbezirksvorsitzender Thomas Gauger bestätigt: „Wir
erhalten täglich Solidaritätsbekundungen aus der ganzen Welt,
die gemeinsam ausdrücken: Haltet durch! Ihr seid im Recht!“
Die Streikenden sind kampfentschlossen und optimistisch.
Betriebsratsvorsitzender Halil Saltan (47) weiß, warum es zum
Arbeitskampf keine Alternative gibt: „Weil ich davon überzeugt
bin, dass das unsere einzige Chance ist, dem Arbeitgeber offiziell und
gesetzlich legitimiert mitzuteilen: Genug ist genug!“
Trotz der Streikbrecher des Leiharbeitsunternehmens G & A zeigt der
Streik auch an Bord der Flugzeuge Wirkung. Bei dem Ferienflieger LTU
werden die Fluggäste informiert, dass es Schwierigkeiten bei der
Bordverpflegung gibt. Die Belastung ist so groß, dass
offensichtlich sogar die Streikbrecher angehalten worden sind, keine
Auskünfte über ihre Arbeitszeiten zu geben.
Die NGG hat aber auch die Fluggäste direkt angesprochen, denn die
Spielchen des Global-Players GATE GOURMET treffen neben LTU auch Air
France, Iberia, Air Maroc, Türkisch Airlines, Skandinavien
Airlines, DBA und Aegypt Air. Das Unternehmen hat sich auf die
Forderungen von 4,5 Prozent mehr Lohn nicht bewegt. Im Gegenteil.
Gefordert werden längere Arbeitszeiten, kürzerer Jahresurlaub
und geringere Nacht-, Sonn- und Feiertagszuschläge. In den USA
wurden die Angriffe auf die Kolleginnen und Kollegen

erfolgreich von
der Gewerkschaft abgewehrt. Weitere Solidarität ist auch in
Düsseldorf wichtig: www.ngg.net.